Wochenendausflug in den Spreewald: Kahnfahrt und Gurkenverkostung
Der Spreewald liegt nur eine gute Stunde von Berlin entfernt und eignet sich damit ideal für einen Wochenendausflug. Wer mit dem Auto anreist, parkt am besten in Lübbenau oder Burg und lässt das Fahrzeug dort stehen. Mit der Bahn geht es ebenfalls unkompliziert: Vom Hauptbahnhof fahren regelmäßig Züge nach Lübbenau, von wo aus der Kahnhafen in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar ist. Früh losfahren lohnt sich, denn an warmen Wochenenden sind die Boote schnell ausgebucht und die Fließe am Nachmittag deutlich voller.
Die klassische Kahnfahrt dauert rund zwei Stunden und führt durch ein verzweigtes Netz aus schmalen Wasserläufen. Der Fährmann stakt das Boot mit einer langen Stange vorwärts, erzählt dabei von der Entstehung der Landschaft und zeigt Reiher, Enten und gelegentlich einen Eisvogel. Besonders reizvoll ist die Strecke durch den Hochwald, wo Erlen und Eschen ein dichtes Blätterdach über dem Wasser bilden. Wer sich vorab über die Region informieren möchte, findet unter dem Stichwort Fließe und Gurken im Spreewald eine brauchbare Übersicht zu Routen, Anbietern und Preisen. Für eine private Fahrt mit eigenem Fährmann sollte man vorher reservieren, spontane Gäste teilen sich meist ein größeres Boot.
Nach der Rückkehr am Hafen bietet sich ein Bummel durch Lübbenau an. Die Stadt ist klein, aber die Altstadt mit ihren backsteinernen Häusern und dem Marktplatz lohnt einen Spaziergang. Kulinarisch dreht sich fast alles um die berühmte Spreewaldgurke, die seit Jahrzehnten in der Region eingelegt wird. In den Verkaufsstellen am Hafen kann man verschiedene Sorten probieren, von der klassischen Salzgurke über Senfgurken bis zu scharfen Varianten mit Chili. Viele Höfe verkaufen zusätzlich Gurken im Glas, Meerrettich und eingelegtes Gemüse, das sich gut als Mitbringsel eignet.
Für die Rückfahrt sollte man genügend Zeit einplanen, besonders wenn man mit dem Zug unterwegs ist. Alternativ lässt sich der Ausflug mit einer Radtour verbinden, denn entlang der Fließe verlaufen gut ausgebaute Wege. Wer übernachtet, kann am nächsten Morgen eine zweite Kahnfahrt bei ruhigerer Wasserlage unternehmen. Festes Schuhwerk, Sonnenschutz und etwas Bargeld für die Gurkenstände sind sinnvoll, denn nicht überall wird Kartenzahlung akzeptiert.