Paddeltouren durch das Biosphärenreservat Spreewald: Routen, Pausen
Der Spreewald ist ein weit verzweigtes Netz aus Fließen, Kanälen und Altarmen, das sich südöstlich von Berlin erstreckt. Wer mit dem Paddelboot unterwegs ist, bewegt sich auf einem der artenreichsten Feuchtgebiete Mitteleuropas. Das Biosphärenreservat schützt diese Landschaft seit 1990, und die Wasserwege sind so angelegt, dass sowohl Anfänger als auch geübte Paddler ihre passende Strecke finden. Wichtig ist, sich vorab über Sperrungen und die geltenden Befahrungsregeln zu informieren, denn nicht jeder Kanal ist ganzjährig zugänglich.
Für eine entspannte Halbtagestour eignet sich der Abschnitt von Lübbenau nach Lehde und zurück. Die Strecke führt an kleinen Dörfern vorbei, in denen die sorbische Kultur bis heute lebendig ist, und lässt sich in drei bis vier Stunden bewältigen. Wer mehr Zeit hat, plant einen Tagesausflug nach Burg oder in den Oberspreewald, wo die Kanäle schmaler und die Strömung kaum spürbar ist. Ein guter Ausgangspunkt für die Planung ist ein Überblick über das Naturwunder im Biosphärenreservat Spreewald, das die Besonderheiten der Region und die wichtigsten Routen zusammenfasst. Pausen sollte man bewusst einplanen, etwa an den Anlegestellen bei Leipe oder im Hafen von Burg, wo es gastronomische Einkehrmöglichkeiten gibt.
Bei der Ausrüstung zählt vor allem, dass sie wasserdicht und robust ist. Ein Packsack oder ein wasserdichter Rucksack schützt Wechselkleidung und Proviant, denn Spritzwasser und gelegentliche Kenterungen gehören zum Paddelsport dazu. Eine wasserfeste Karte oder eine laminierten Routenübersicht ist sinnvoll, weil das Mobilfunknetz in einigen Kanälen nur schwach ist. Dazu kommen Sonnenschutz, ausreichend Trinkwasser und eine Schwimmweste, die in Brandenburg für Kinder vorgeschrieben ist. Wer im Frühjahr oder Herbst unterwegs ist, sollte zusätzlich eine leichte Regenjacke und Handschuhe einpacken.
Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und September, wenn die Wassertemperaturen angenehm sind und die Ufervegetation in voller Blüte steht. Früh am Morgen sind die Kanäle noch ruhig, und man trifft häufiger auf Eisvögel, Fischotter oder Graureiher. Wer die Natur respektiert und auf den ausgewiesenen Wegen bleibt, erlebt den Spreewald als das, was er ist: eine langsam fließende Landschaft, die sich am besten vom Boot aus erschließt.