Brandenburgs Wasserstraßen: Paddeltouren abseits des Spreewalds
Der Spreewald ist zu Recht berühmt, doch Brandenburg hat mehr zu bieten als die klassischen Kahnfahrten zwischen Lübbenau und Burg. Wer das Paddel in die Hand nimmt und abseits der ausgetretenen Routen unterwegs sein möchte, findet im Umland ein weit verzweigtes Netz aus Flüssen, Kanälen und Seen, das kaum überlaufen ist. Die Dahme, die Nuthe, die Havel und unzählige kleinere Wasserläufe durchziehen die Mark und bieten Touren, die sich nach einem Wochenende oder auch nach mehreren Tagen anfühlen können. Wer sich zunächst einen Überblick über die Region verschaffen will, findet bei Spreewald Natur und Kultur eine brauchbare Grundlage, bevor er die Karte aufschlägt und die Route plant.
Die Dahme ist ein guter Einstieg. Sie entspringt im Fläming und schlängelt sich gemächlich durch Wälder und Wiesen bis nach Königs Wusterhausen, wo sie in die Dahme-Seen-Kette übergeht. Wer in Märkisch Buchholz einsetzt, kann an einem Tag bis zum Köthener See paddeln, ohne einer einzigen Motoryacht zu begegnen. Das Wasser ist ruhig, die Ufer sind dicht bewaldet, und an manchen Stellen hat man das Gefühl, durch einen grünen Tunnel zu gleiten. Wer übernachten will, findet in den umliegenden Dörfern kleine Pensionen oder kann auf ausgewiesenen Zeltplätzen am Wasser bleiben.
Ein zweiter Geheimtipp ist die Nuthe. Sie fließt von Treuenbrietzen kommend durch das Nuthetal und mündet bei Potsdam in die Havel. Besonders der Abschnitt zwischen Saarmund und der Mündung lohnt sich: Die Strömung ist sanft, die Landschaft offen, und wer Glück hat, sieht Eisvögel oder Biber. Wer die Tour ausweiten möchte, kann von der Nuthe auf die Havel wechseln und bis nach Werder oder Brandenburg an der Havel weiterfahren. Dort wird das Wasser breiter, die Ufer sind stellenweise von Wiesen gesäumt, und die Silhouette der Stadt taucht irgendwann am Horizont auf.
Wer weiter östlich bleibt, sollte die Spree oberhalb von Cottbus nicht auslassen. Zwischen Spremberg und dem Spreewald liegt ein Abschnitt, der kaum befahren wird und durch eine stillere, fast schon melancholische Landschaft führt. Auch die Löcknitz, ein Nebenfluss der Spree, ist eine ruhige Alternative für alle, die dem Trubel entgehen wollen. Wer sich vorher informiert, welche Strecken bei Niedrigwasser noch befahrbar sind und wo Umtragen nötig ist, spart sich Ärger. Festes Schuhwerk, ausreichend Wasser und eine gute Karte gehören ohnehin ins Gepäck.